Vorwort
Um es gleich vorab zu sagen: über die ältere Geschichte von Braunenweiler schweigen die Urkunden. Eine St.Galler Quelle aus dem Jahre 817 nennt zwar unter anderem einen Ort namens „Perahtrami“, der in früheren Publikationen als Braunenweiler interpretiert worden war. Heute sind die Historiker aber der Auffassung, dass dieser Name keiner Siedlung zugeordnet werden kann und verneinen ausdrücklich eine Namensgleichheit mit Braunenweiler. So verbleibt als erste schriftliche Erwähnung das Jahr 1275 im Liber Decimationis, dem Abgabenverzeichnis der Diözese Konstanz. Zum allgemeinen Verständnis: Das Jahr 1275 ist nicht das Gründungsdatum des Dorfes, der Ort hat damals schon Jahrhunderte lang existiert, wir erfahren jetzt aber zum ersten Mal von seiner Existenz und lesen seinen Namen: Brunenwiler. Da keine älteren schriftlichen Aussagen zur Verfügung stehen, soll hier der Versuch unternommen werden, durch Vergleiche, Ableitungen und Rückgriffe zu Aussagen über das Dorf, seine Entstehung und seine Bewohner zu kommen. Dazu ist es nötig, einen größeren Rahmen zu ziehen, was im Nachfolgenden geschehen soll.
Diese Abhandlung soll nicht die Geschichte von Braunenweiler in der Ortschronik vom Jahre 2015 ersetzen - sie ist dort sehr ausführlich bearbeitet und mit Quellenangaben versehen - sondern die urkundenarme Frühzeit von einem anderen Blickwinkel aus betrachten.
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