Braunenweiler im Mittelalter

Der Eritgau

Bei der Besiedlung des eroberten Landes nutzten die Alamannen zunächst die kultivierten Landstriche im Umfeld der römischen Gutshöfe und Siedlungen. In unserer Gegend betraf das vor allem das Donautal und seine Zuflüsse. Ertingen scheint dabei ein Mittelpunkt als Sitz des Gaugrafen gewesen zu sein und dem Gau als Namensgeber gedient zu haben. Man darf wohl annehmen, dass die Ländereien des nahegelegenen römischen Gutshofes sowie das hier vermutete Römerkastell eine Rolle gespielt haben, zudem hatten schon die Bewohner der hallstattzeitlichen Siedlung Heuneburg die weitere Umgebung urbar gemacht und landwirtschaftlich genutzt.

Ab dem 5. Jahrhundert gerieten die Alamannen in Abhängigkeit von ihren westlichen Nachbarn, den Franken. Zur Absicherung ihres Einflusses siedelten die Franken zwischen den alamannischen Dörfern Hundertschaften (Huntare) ihrer eigenen Stammesangehörigen an. Heute noch erinnern die Namen der beiden Hundersingen an Donau und Lauter an diese Ansiedelungen. Mit den Franken kam auch das Christentum zu den Alamannen. Die führenden Schichten, der Adel, waren die ersten, welche die neue Religion annahmen, nicht nur um des Glaubens Willen sondern auch aus politischen Gründen, schließlich wollten sie mit den neuen Herren als Gleiche verkehren können. Das einfache Volk aber wird noch länger Wotan und seine Götter verehrt haben, auch als sie äußerlich schon Christen waren.

Karte Saulgau
Ausschnitt aus der Topographischen Karte 1:25000, 7922 Saulgau, 1915/1946
(Copyright c LGL, www.lgl-bw.de)

1 Hallstadtzeitliche Siedlung „Heuneburg"
2 Römerstraße
3 Vermutete Villa Rustica
4 Ertingen



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