Der Kirchenpatron St.Pankratius
Im Jahre 896 n. Chr. lagerte der Frankenkönig Arnulf mit seinem Heer vor den Toren Roms, doch die Stadt verwehrte ihm den Zuritt. In der Nähe des Lagers befand sich eine Kirche zu Ehren des Märtyrers Pankratius. In seiner Not bat er den Heiligen um Hilfe und versprach ihm, nach seiner Heimkehr eine Kirche zu bauen. Seine Bitte wurde erhört, er machte sein Versprechen wahr und so kam die Verehrung des Heiligen Pankratius über die Alpen zunächst nach Bayern und verbreite sich von dort aus über das Frankenreich. Pankratius wurde zum Kirchenpatron und wegen seines Gedenktages am 12. Mai, in einer Zeit der letzten Nachtfröste, zu einem der Eisheiligen.
Wie aber kam die Braunenweiler Kirche zu ihrem Namensgeber? So wenig man über die Entstehung der Braunenweiler Kirche weiß, so wenig weiß man auch, warum und auf wessen Veranlassung sie dem heiligen Pankratius gewidmet worden ist. Wie bei allen Dorfkirchen gibt es dazu keine schriftlichen Nachrichten. Überhaupt sind Daten aus dem Mittelalter, die die Konsekration von Kirchen betreffen, sehr selten und nur für bedeutende Bauwerke wie Dome, Kloster- oder Bischofskirchen bekannt. Ganz allgemein kann wohl gesagt werden, dass adelige Grundherren, Klöster oder der die Kirchenweihe vornehmende Bischof darüber entschieden haben.
Für die Menschen des Mittelalters war ihr Kirchenpatron mehr als nur ein Heiliger unter Vielen. Seine Reliquie, also ein Partikel seines Körpers, befand sich eingemauert im Altar. Er war im Bewusstsein der Gläubigen daher tatsächlich und körperlich in der Kirche anwesend. Opfergaben und Schenkungen für die Kirche waren für den Heiligen bestimmt. Er war auch der spirituelle Eigentümer der Kirche und ihres Grundbesitzes. Nicht umsonst trägt der Wald im Schellenberg heute noch den Namen „Heiligenwald“ (Hoiligawald). Nach den Vorstellungen der damaligen Zeit konnte der Kirchenpatron Pankratius also persönlich Eigentümer von Wald und Feldern sein, eine Vorstellung, die uns heute fremd erscheint.
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