Bevor die Alamannen kamen
Als sich die Alamannen ab dem Beginn des 4.Jahrhunders n. Chr. in der Gegend nieder ließen fanden sie ein weitgehend entvölkertes Land vor. Die römischen Bewohner der Gutshöfe (villae ructicae) hatten ihre Besitzungen unter dem Eindruck der Alamanneneinfälle der Jahre 233 n. Chr. spätestens aber nach 260 n. Chr. verlassen und sich jenseits von Rhein, Iller und Bodensee in Sicherheit gebracht. Zur Römerzeit verlief durch die Gegend die Fernstraße von Ausgsburg / Augusta Vindelicum an der oberen Donau entlang über Tuttlingen nach Rottweil / Arae Flaviae und dann durch das Kinzigtal nach Straßburg / Argentorate. An dieser verkehrsgünstigen Lage entstanden auch in der unmittelbaren Umgebung römische Gutshöfe, welche eine großflächige Landwirtschaft nach Art der italischen Latifundien betrieben und mit ihren Erträgen die römischen Grenztruppen und die Stadtbevölkerung versorgten. Zu nennen sind hier der römische Gutshof bei Inzighofen, eine größere Anlage, dann das beim Römerkastell Ennetach entstandene Lagerdorf (vicus) und vermutlich ein römischer Gutshof bei Ertingen (siehe Karte weiter unten).
Anmerkung
Die OAB Riedlingen v. 1923, S.247 erwähnt eine Fundstelle von römischen Mauerresten, Ziegeln und Tonscherben auf einer Altmoränenzunge zwischen Sodenbach und Schwarzach unmittelbar westlich von Ertingen. Der Verfasser hat diese Stelle mehrfach begangen und kann diese Beobachtung bestätigen.
(Siehe Abbildung des Bruchstücks eines römischen Ziegels von diesem Fundort).
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